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21_Rapshonig oder nicht, das ist hier die Frage.

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Wir sind spät dran,

mal wieder! In Mitteldeutschland blühen schon seit mindestens 14 Tagen die Rapsfelder und die sommerlichen Temperaturen die dort schon länger vorherrschen tauchen in Norddeutschland nur vereinzelt auf. Das Frühjahr lässt lange auf sich warten und an den letzten Sommer – der ja keiner war – kann man sich kaum noch erinnern.

Winter in Norddeutschland
Winter in Norddeutschland – Ende März 2018

Sowohl die Bauern als auch die Imker profitieren südlich der hamburgischen Elbgrenze von dem dort vorherrschenden Wetter. Vor vier Wochen lag hier noch Schnee und Ostern war kalt. Die Kinder konnten hier, mal wieder, Ostereier im Schnee suchen. Jetzt weiß ich auch, warum man die immer anmalt 😉

Eigentlich blüht doch Anfang März die Saalweide und die Bienen können davon profitieren und diese Jahr? Dieses Jahr ist alles anders. Es war ein zunächst ein sehr feuchter Winter der den Feldern sehr zugesetzt hat und damit auch den Bauern das Leben erschwert. Dann war da noch der Erdfloh der die Rapspflanzen von unten her auffrisst und dann war es schon kalt. Nach dem langen Winter gab es doch Schnee ohne Ende und wieder nasse Koppeln. Der Raps der durchkam, lief dann auch auf und wurde was. Dann kam nochmals der Frost über’s Land und die Feldfrüchte gingen wieder kaputt. So mancher Bauer brach darauf hin seine Felder um und so mancher Imker machte eine lange Nase.

Die Bauern haben auch schon so langsam keinen Lust mehr Raps anzusäen, denn wer für mehrere Tausend Euro Saat kaufen muß um dann festzustellen, das wird nix verliert schnell die Lust daran – was sicher auch sehr gut nachvollziehbar ist. Der Raps anbau ist einfach nicht mehr lukrativ genug.

Seit einer Woche stehen meine Bienen nun im „Rapsfeld“. Dort gibt es eine frühe und eine späte Sorte. Somit hat man vielleicht die Chance auf Erträge. Nur sind meine Bienenkisten dieses Jahr gar nicht so voll mit Bienen. Das bedeutet weniger oder schleppender Wabenbau und damit auch geringer Eintrag von Nektar. Wir sind im Mai und im Moment sieht es auch so aus, als wenn die Bienen noch drei Wochen brauchen, bis sie bei einer anständigen Volksstärke angekommen sind. Südlich der Elbe werden schon Ableger gebildet und der Schwarmtrieb hat eingesetzt. Bei meinen Bienen nicht. Es wurden zwar schon die ersten Drohnenwaben ausgebaut (und ausgeschnitten zu Varodezimierung) aber so richtig lassen es die Bienen halt noch nicht krachen.

 

Jungimker bei der Arbeit
Jungimker bei der Arbeit

Die Bienen sind wie fast immer sehr friedlich und ich hoffe mal, dass ich die richtigen Maßnahmen ergriffen habe, damit die Bienen gut durch das Jahr kommen. Auf jeden Fall wird die Völkerführung jetzt geändert. Zwei Bruträume wird dieses Jahr glaube ich nichts. Vermutlich ist der Raps auch schon wieder verblüht, wenn die Bienenmasse zum Ernten da ist. Wir werden sehen. Ende April 2018 war der Raps ungefähr 20cm hoch und es war noch nichts „gelbes“ zu erkennen. Der / die Nachwuchsimker unserer Familie haben Spaß an den Bienen und das ist ein wichtiger Punkt für mich. Wenn die Kinder bei den Bienen sind lernen sie ja nicht nur das imkern, sondern auch den Jahreslauf kennen und den Umgang mit der Natur. Sie wissen was der Landwirt so macht und was Feldfrüchte sind. Wir haben eben keine Stadtkinder und sind stolz darauf 🙂

Wie es jetzt mit den Völkern weitergeht muß man abwarten. Ich wünsche allen mal drei Wochen Sonne am Stück und dann haben wir alles es auch gut. Bis dahin, tüüß &

cheers,
lore